Mondseelandtag der Landwirtschaft

Mondseelandtag der Landwirtschaft

Bereits zum 9. Mal fand der Mondseelandtag der Landwirtschaft statt. Zahlreiche Landwirte aus der Region Mondsee folgten der Einladung von Organisatorin LAbg. Michaela Langer-Weninger und informierten sich über aktuelle landwirtschaftliche Themen in der Region. Neben drei Betriebsbesichtigungen fand auch ein Informationsgespräch mit Bundesbäuerin und Vizepräsidentin der LK Vorarlberg ÖR Andrea Schwarzmann sowie mit Bezirksbäuerin Landwirtschaftskammerrätin Elfriede Schachinger statt.

Zentrales Thema des Tages war der Bauernhof in seiner Form als Lebensmittelpunkt. So dienen die Höfe nicht nur den bäuerlichen Familien als Lebensgrundlage, sondern stellen für die ganze Gesellschaft eine enorme Bedeutung dar.

„Alleine im Mondseeland arbeiten mehr als 500 bäuerliche Familien. Sie erhalten und gestalten unsere Landschaft und erzeugen hochwertige regionale Lebensmittel. Damit sichern sie die Lebensqualität in unserer Region“, zeigt sich Langer-Weninger überzeugt. Sie will mit ihrer Initiative „Botschaft für die bäuerliche Welt“ ein starkes Miteinander von Bauern und Konsumenten fördern und die bäuerliche Lebenswelt im Mondseeland noch mehr thematisieren. Es brauche aber nicht nur bei den Konsumenten, sondern auch innerhalb der Landwirtschaft ein stärkeres Bewusstsein für die Vorteile dieses Berufes. „Jeder einzelne Hof ist von enormer Bedeutung. Die Chance, Grund und Boden besitzen und bewirtschaften zu dürfen, ist ein Geschenk, aber auch eine große Verantwortung. Daher müssen wir den jungen Bäuerinnen und Bauern Mut machen, Veränderungen zu zulassen. Wir müssen sie unterstützen und motivieren. Nur so können wir sie für das Leben und Wirtschaften am Hof begeistern“, ist sich Langer-Weninger sicher. Besonders wichtig dabei sei die unterschiedlichen Talente und Fähigkeiten herauszufinden, um diese erfolgreich für den eigenen Hof nützen zu können.

mondseelandtag1 1 vlnr: Die beiden Ehrengäste am Mondseelandtag Bezirksbäuerin Elfriede Schachinger und Bundesbäuerin ÖR Andrea Schwarzmann mit Organisatorin LAbg. Michaela Langer-Weninger.


„Einfallsreichtum und Kreativität werden von den Bauern im Mondseeland in   besonderer Weise wahrgenommen“, erklärt Langer Weninger und sieht in der Kreativität den Türöffner für ein Zusatzeinkommen.

Drei dieser kreativen Beispiele konnten nun am Mondseelandtag vor Ort besichtigt werden.

Familie Handl in Tiefgraben betreibt einen Vollerwerbsbetreib mit 14 Milchkühen, 100 melkenden Geißen, 60 Ziegen zur Nachzucht und 2 Böcken. Die Milch wird zu einer Molkerei geliefert. Zusätzlich werden 13 Geschäfte im Umkreis mit Ziegenmilchprodukten beliefert und auch am Mondseer Bauernmarkt ist der Betreib vertreten. Durch den regionalen Verkauf und die eigene Produktion hat sich die Familie ein zusätzliches Standbein aufgebaut.

Am Hof der Familie Widlroither geht man andere Wege. Zwar wird auch hier ab Hof vermarktet, aber der Betreib im Nebenerwerb geführt. Dies gelang durch eine Optimierung der Arbeitsweise und durch die Spezialisierung auf Bio-Weideochsen. Ab Sommer wird das Angebot um die „Schule am Bauernhof“ erweitert. Veronika Widlroither hat die Ausbildung bereits absolviert. Sie ist ein Beispiel dafür, wie sich Bäuerinnen für den Erhalt des Hofes einsetzen.

In Oberwang wiederum führen Aloisia und Johann Graspointner einen für die Region typischen Milchviehbetrieb im Nebenerwerb. Aloisia engagiert sich zudem als Ortsbäuerin und Vizebürgermeisterin von Oberwang für ein gutes Miteinander von Bevölkerung und Landwirtschaft.

Die Bäuerin als Rückgrat vieler Höfe

Wie bei diesen drei Beispielen ersichtlich, sind es oft die Bäuerinnen, die einen unverzichtbaren Beitrag zur Sicherung und Erhaltung der bäuerlichen Familienbetriebe leisten. Als Seminarbäuerinnen, mit „Schule am Bauernhof“ oder bei der Direktvermarktung der Produkte: Bäuerinnen sind Botschafterinnen für hochwertige Lebensmittel und erwirtschaften oft ein zusätzliches Einkommen für den Hof. Dabei werden die Entscheidungen am Hof mittlerweile zum großen Teil partnerschaftlich getroffen. Über ein Drittel der Bäuerinnen hat Matura oder einen darüberhinausgehenden Abschluss. „Damit haben sie ein gutes Fundament, um in Zukunft aus eigener Kraft Herausforderungen zu meistern“, ist sich Andrea Schwarzmann, Vorsitzende der ARGE Österreichische Bäuerinnen, sicher und ergänzt: „Die Landwirtinnen schätzen an ihrem Beruf die gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie und die Naturverbundenheit. Ihre größte Kraftquelle ist die Familie.“

Auch Bezirksbäuerin Elfriede Schachinger schlägt in dieselbe Kerbe und sieht die Arbeit der Bäuerinnen als unverzichtbar an: „Gerade im Bereich der regionalen Lebensmittel, bei der Bewusstseinsbildung schon ab dem Kindergarten und im Bereich der Pflege und Kinderbetreuung leisten Bäuerinnen Großartiges für unsere Gesellschaft. Die Aus- und Weiterbildung wird immer wichtiger. Neben dem Blick in die Zukunft halten unsere Bäuerinnen aber auch das Brauchtum hoch. Viele Veranstaltungen gebe es ohne sie gar nicht.“

Projekt Naturpark Mondseeland

Schon seit knapp einem Jahr beschäftigen sich bäuerlichen Vertreter aus den Gemeinden rund um den Mond- und Irrsee mit dem Gedanken eines vierten Naturparks in Oberösterreich. Dadurch erhofft man sich eine stärkere Bewusstseinsbildung über regionale Landwirtschaft, Erhalt der Kulturlandschaft und eine nachhaltige Wertschöpfung. Michaela Langer Weniger sieht dabei „die langfristigen Möglichkeiten eines solchen Projektes für die ganze Region“ als beeindruckend an. Es dürfe aber zu keinen weiteren Auflagen für Landwirte kommen. Vielmehr müssten Grundbesitzer selbst entscheiden können, ob sie dem Naturpark beitreten wollen.

Zum Abschluss des diesjährigen Mondseelandtages gab’s ein Hirschragout aus eigener Zucht beim Gasthof Kulm in Oberwang und regionale Schmankerl der Oberwanger Bäuerinnen.

 

mondseelandtag3 1Die beiden Ehrengäste am Mondseelandtag Bezirksbäuerin Elfriede Schachinger und Bundesbäuerin ÖR Andrea Schwarzmann mit Organisatorin LAbg. Michaela Langer-Weninger (Mitte) mit Teilnehmer des Mondseelandtages der Landwirtschaft am Hof der Familie Graspointner in Oberwang.

Fotos: Thomas Großruck

 

 

 

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