Das Mondseeland ernährt sich selbst

Das Mondseeland ernährt sich selbst

Nach unserem Bericht „Direktvermarktung im Mondseeland“ erreichte uns dieser Leserbrief von Franz Muhr:

Das Mondseeland ernährt sich selbst, diese Vision hatten jene 6 Bauernfamilien (Fischofer, Hausleitner, Hierl, Muhr, Nußbaumer und Strobl), welche im Frühjahr 1995 den Mondseer Bauernladen gegründet haben. Das Mondseeland ernährt sich selbst, diese Vision lebt heute noch, wenn Alois Gaderer in den OÖ-Nachrichten von der Neubelebung der bäuerlichen Direktvermarktung spricht.

Das Mondseeland kann sich selbst ernähren, wenn wir, die Bürgerinnen und Bürger, ein lebendiges Miteinander pflegen. „Mondsee-Land, wo Milch und Honig fließen“ – oder doch eine Vegetariergegend?

Das biblische Land, wo Milch und Honig fließen, habe ich mir lange Zeit als Schlaraffenland vorgestellt, bis ich durch eine Aussendung des diözesanen Bibelwerks eines Besseren belehrt wurde.

Auf dem Land, wo Milch und Honig fließen, wachsen eine bunte Vielzahl an Pflanzen, die für den menschlichen Verzehr ungeeignet sind. Aber die Wiederkäuerin Kuh kann diese (verholzten) Pflanzen verdauen und daraus hochwertiges Eiweiß, in Form von Milch und Fleisch erzeugen. Und mit dem Dünger, welchen die Kuh produziert, kann der Boden soweit verbessert werden, dass Ackerbau möglich ist – der Ackerbau war Voraussetzung, dass die Menschheit sesshaft werden konnte.

Vereinfacht gesagt: „Ackerbau MIT der Kuh, statt Ackerbau FÜR die Kuh“. Dann bleiben für die Ernährung der Menschen, auch im Mondseeland, Flächen für Ackerbau übrig, wo Pflanzen kultiviert werden, nach der Prioritätenreihung: Teller – Trog – Tank. Erst wenn der Teller gefüllt ist, kann vom Übrigen was in den Trog geschüttet werden. Und erst wenn dann immer noch was übrig ist, kann das in den (Biogas-)Tank gegeben werden.

Natürlich wäre es jetzt unrealistisch, zu glauben, wir können im Mondseeland, bei Gemüse, Obst und Getreide den regionalen Bedarf zu 100% decken. Aber auf ackerfähigem Grünland, Getreide, Bohnen, Erdäpfel, Kraut, Karotten, Roner, etc. zu kultivieren, um damit Festmahle im Jahreskreis mit besonderen Speisen und Getränken zu bereichern, geht allemal. Lustvoll und motivierend.

Und nun zum Honig - genauer gesagt zu den Bienen und der Symbiose mit der Kuh. 
Bienen bestäuben nicht nur Blüten, sondern tragen auch intensiv zur Verbreitung der Kreuzhefen bei. Diese Hefeart lebt in den Nektarien der Blüten und wird von den Wiederkäuern aufgenommen. Die Wiederkäuer brauchen die Kreuzhefen zur besseren Verwertung des Grünfutters und des Heus in ihrem Pansenmagen und verbessern die Fruchtbarkeit.

Die Kreuzhefen überwintern in den Bienenstöcken und werden nach dem Winter von den Bienen wiederum von Blüte zu Blüte verbreitet, und der Kreislauf beginnt wieder von vorne.

„Die Küche im Dorf lassen“ - und das lebendige Miteinander
Nahversorgung erschöpft sich im vorhanden sein von Geschäften – Ernährungssouveränität schaut auf das Ganze. Die Milch zum Abholen vor die Stalltüre stellen, war gestern. Ferkel mästen und dann abholen lassen, war auch gestern.

Gestern wurden Milch, Schlachttiere und Holz, billig aus der Region hinaus verschleudert. Gestern wurden die Dinge des täglichen Bedarfs – Essen, Trinken, Kleidung, Möbel, Energie, etc. von weit her in die Region gebracht.
Heute stellen sich Fragen an uns, wie: Wo wachsen die „Rohstoffe“ für unser Essen? Wie werden sie behandelt und verarbeitet? Wer macht die Arbeit? Unter welchen Bedingungen werden die Arbeiten erledigt? Wer sind die Menschen, welche das essen? Wo und wie leben sie?

Wenn wir auf diese Fragen gute Antworten finden, dann sind wir am besten Weg zu einem lebendigen Miteinander. Dann, ja dann ist das Land, wo Milch und Honig fließen, vielleicht doch so etwas wie ein Schlaraffenland, und die Vision: „Das Mondseeland ernährt sich selbst“ wird Wirklichkeit.

Dieser Leserbrief wurde uns von Herrn Franz Muhr zugeschickt.
Den Bericht "Direktvermarktung im Mondseeland" könnt ihr hier nachlesen.

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