Sein Rat ist derzeit so gefragt wie nie

Sein Rat ist derzeit so gefragt wie nie

Pater Johannes Pausch hilft Menschen nicht nur mit seinen Heilkräutern. Als Seelsorger und Psychotherapeut ist der Prior des Europaklosters Gut Aich gerade jetzt besonders gefordert.


St. Gilgen. Sein Rat ist derzeit so gefragt wie nie. Pater Johannes Pausch, Prior des Europaklosters Gut Aich in St. Gilgen, ist nicht nur Priester, sondern auch Psychotherapeut.

 

„In der Fastenzeit habe ich auf Facebook jeweils an drei Tagen pro Woche Impulse zu den Themen Fasten und Heilpflanzen gegeben. Da hat es zu meiner Überraschung 8000 bis 15.000 Zugriffe gegeben“, erzählt Pater Johannes und schmunzelt:„Man hat mir gesagt, ich bin jetzt ein Influencer.“

Sehr gefordert ist er durch die Coronapandemie als Psychotherapeut. „Mit dem Überstehen der Krankheit ist die Sache oft nicht ausgestanden. Das sogenannte Long-Covid-Syndrom betrifft nicht nur den Körper, sondern auch die Psyche.“ Den Leuten gehe es schlecht und sie wollen Lösungen für ihre körperlichen und seelischen Probleme. „Die Situation ist völlig neu und es gibt noch keine Antworten. Es ist auch ein spirituelles Problem und rührt an der Sinnfrage. Es geht ums Existenzielle. Die Leute wollen keine platten Antworten. Wir sind aber noch am Anfang bei der Suche nach Hilfen.“

Mit seiner Arbeit versuche er, dem Motto des 1993 gegründeten Benediktinerklosters „Heilt die Kranken, verkündet die frohe Botschaft“ gerecht zu werden. Pater Johannes: „Die Klosterheilkunde war von Anfang an ein Schwerpunkt und hat sich immer mehr vertieft. Im Hildegardzentrum bieten wir zudem Physio- und Psychotherapie an.“

klosteraichMit der Klosterheilkunde unmittelbar verbunden ist die Arbeit mit Heilkräutern. Im Kloster Gut Aich werden sie angebaut und zu Essenzen und Tinkturen, aber auch zu Likören verarbeitet. „In meinem ganzen Leben haben Kräuter eine Rolle gespielt. Schon mit sieben Jahren habe ich mein erstes Herbarium angelegt. Im Frühling freue ich mich über jedes Gänseblümchen. Die Kräuterprodukte sind eine Leidenschaft von mir. Die Klosterheilkunde ist nichts Rückwärtsgewandtes, sondern sucht Antworten auf die Fragen der Zeit“, so der Prior. Mittlerweile habe auch die Schulmedizin das große Potenzial der Heilkräuter erkannt.

Corona hat auch im Klosterleben Spuren hinterlassen. „Es konnten uns keine Gruppen besuchen, es gab keine Tagungen und Seminare und auch beim Absatz unserer Kräuterprodukte kam es zu einem Einbruch. Da haben wir Desinfektionsmittel gemacht. Man muss kreativ sein.“

Nach St. Gilgen kam Pater Johannes, der am 30. April seinen 72 Geburtstag feiert, durch Zufall oder die Führung des Geistes Gottes, wie er sagt. „Die Franziskanerinnen von Au am Inn hatten ihr Kinderheim hier schon geschlossen. Es ist heiliger Boden am Wallfahrtsweg zwischen Mondsee und St. Wolfgang.“ Er und seine Mitstreiter hätten sich damals gefragt, welche Aufgabe ein Kloster in der Gegenwart habe. „Das Thema Europa ist eine große Herausforderung. Es geht darum, die Menschen in Beziehung zu bringen, im Kleinen und im Großen. Dass Europa auseinander driftet, ist ein Skandal, ich sehe es aber weiterhin als Leuchtturm der Demokratie und des Humanismus“, so Pater Johannes.

Wie Europa befindet sich auch das Kloster mit seinen derzeit sechs Mönchen, seinen über 30 hauptamtlichen und zwölf ehrenamtlichen Mitarbeitern im ständigen Wandel. Nach dem 2017 entstandenen Paradiesgarten wird ein Neubau des Klosters überlegt. „Der steht aber unter den gegenwärtigen Bedingungen in den Sternen. Der Bau ist etwas Äußerliches, letztlich geht es um den inneren Bau, um die menschliche und geistige Dimension“, so Pater Johannes.


Europakloster Gut Aich
Benediktinermönche waren schon vor tausend Jahren Kulturträger im Salzkammergut. Der prominenteste war der hl. Wolfgang. Das „Gut Aich“ ist, geprägt durch wechselnde Besitzer und zahlreiche Umbauten sowie seit beinahe 800 Jahren fixer Bestandteil der Winkler Dorfgemeinschaft.

1993 erlaubte der Erzbischof von Salzburg, Georg Eder, die Gründung eines neuen Klosters in St. Gilgen. Die Franziskanerinnen von Au am Inn stellten ihr ehemaliges Kinderheim Gut Aich zur Verfügung.


Dieser Bericht (verfasst von Georg Fink) stammt aus den Flachgauer Nachrichten vom 29. April und ist online (für SN PLUS Mitglieder) nachzulesen. Pater Johannes Pausch: "Die Leute wollen Lösungen für körperliche und seelische Probleme"

Bilder: © Fink

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