Heimatbund Mondseeland: Kulturauftrag ja – aber Gemeindefinanzen am Limit
Mondseeland, 25. März 2026 – Der Heimatbund Mondseeland fordert von den vier Gemeinden eine Erhöhung der jährlichen Subventionsleistung von bisher 50.000 Euro auf künftig 87.000 Euro. Das ist eine Erhöhung um 74%.
Der bestehende Fünfjahresvertrag läuft aus, ein neuer Vertrag ist notwendig. Aus Sicht der Gemeinden ist eine derart massive Ausweitung der Förderung weder finanzierbar noch gegenüber anderen Vereinen vertretbar.
Hohe Subventionen verschärfen finanzielle Schieflage der Gemeinden
Die beantragten Zuschüsse bringen beinahe alle betroffenen Gemeinden deutlich schneller in den Härtefallausgleich. Das bedeutet: je höher die jährliche Unterstützung für den Heimatbund, desto geringer der finanzielle Spielraum in allen anderen Bereichen – von Kinderbetreuung und Schule über viele Vereine bis hin zur freiwilligen Feuerwehr.
Wenn die Gemeinden in den Härtefallausgleich rutschen, werden auch die jetzt geforderten hohen Subventionen in dieser Höhe schon zeitnah nicht mehr möglich sein. Wer jetzt ohne Rücksicht auf die kommunalen Budgets immer mehr verlangt, gefährdet damit langfristig auch die eigene Förderung.
Drohungen sind keine Basis für seriöse Kulturpolitik
Aussagen wie „Wenn die Gemeinden diese Beträge nicht zahlen, dann sperren wir nicht mehr auf“, getätigt vom Obmann des Heimatbundes in einer Gemeinderatssitzung, werden ausdrücklich zurückgewiesen. Kulturpolitik lässt sich nicht mit Ultimaten machen. Wer öffentliche Gelder in dieser Größenordnung beansprucht, trägt Verantwortung – auch in der Kommunikation. Die Gemeinden sind bereit, über einen fairen Beitrag zu verhandeln, aber nicht, sich unter Druck setzen zu lassen.
Eigenverantwortung des Vereins statt einseitiger Mehrforderungen
Bevor über höhere Subventionen gesprochen wird, erwarten die Gemeinden, dass der Heimatbund alle naheliegenden Schritte zur eigenen Konsolidierung setzt, unter anderem:
• Konsequentes Einfordern offener Mitgliedsbeiträge
• Anpassung und Erhöhung der Mitgliedsbeiträge,
• klare Jahresplanung mit Aktivitäten, die Einnahmen generieren,
• Überprüfung, ob alle Museen tatsächlich von Dienstag bis Sonntag geöffnet sein müssen oder ob reduzierte Öffnungszeiten wirtschaftlich sinnvoller sind,
• verstärkter Einsatz von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zur Sen-kung der Personalkosten.
Andere Vereine im Mondseeland kommen mit einem Bruchteil der Subventionen aus und leisten dennoch einen wertvollen Beitrag für das kulturelle und gesellschaftliche Leben. Es ist nicht vermittelbar, warum ein einzelner Verein dauerhaft in einer derart überproportionalen Höhe unterstützt werden soll, ohne selbst sichtbar an seinen Strukturen zu arbeiten.
Kultur erhalten – aber mit Maß und Ziel
Die Gemeinden bekennen sich zum Wert der Mondseer Museen des Mondseelandes. Gleichzeitig sind sie gegenüber allen Bürgerinnen und Bürgern verpflichtet, mit Steuergel-dern sorgsam umzugehen. Ziel soll ein neuer Vertrag sein, der:
• den Fortbestand des Museumsbetriebs in angemessenem Umfang sichert,
• den Verein zu mehr Eigenverantwortung und Eigendeckung verpflichtet,
• und die Subventionshöhe schrittweise in ein finanziell tragbares Maß führt.
Klar ist: Ein „Weiter wie bisher“ mit immer höheren Forderungen und Drohgebärden ist keine Option. Die Gemeinden werden einer Lösung nur zustimmen, die sowohl dem kulturellen Auftrag als auch der Realität ihrer Budgets gerecht wird.
Johann Maier
+436644245115
SPÖ +DU Ortsgruppe Tiefgraben
PO Johann Maier
SPÖ Mondseeland

































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