St. Michael's neuer Kirchturm

Es geht weiter mit unserer wunderbaren Sammlung an alten Zeitungen aus den 1960er-Jahren.

Das Mondseeland vor 55 Jahren!
Was war damals los? Welche Schlagzeilen gab es damals? Was war damals aktuell?

Der 4. Teil unserer Zeitreise ist eine interessante Zusammenfassung über die 3 Jahre andauernden Bauarbeiten am Nordturm der Basilika Mondsee.

 


Anlässlich der Kreuzsteckung am Nordturm der Pfarrkirche Mondsee am 12. Juni diesen Jahres (1966) mag es vielleicht interessant sein, den Abbruch und Neubau des Turmes in Form einer gedrängten Baugeschichte nochmals aufzuzeigen.

 

Am 4. Dezember 1962 wurde der Baupolier Alois Ebner aus St. Lorenz beauftragt, den schadhaften Nordturm der Pfarrkirche in Mondsee zu untersuchen, zu vermessen und unter Kontrolle zu nehmen. Als erste sichtbare Schäden fand Ebner einen Sprung zwischen Nordturm und Mittelfassade von rund 8 cm und an der Nordseite konnte er gar einen 11cm breiten Riss messen. An Baulichkeiten zwischen Schloss und Kirche sah er mehrere Sprünge an den Gewölben und der Verputz löste sich in größeren Scheiben ab. Um weitere Veränderungen feststellen zu können, setzte Ebner in der Höhe von 30 m einen Spion.

Bereits am nächsten Tag begann der Baupolier mit einem kleineren Arbeitstrupp die Decken zu unterstellen, um sie vor einem möglichen Einsturz zu sichern. An den schadhaftesten Stellen wurde der Verputz abgeschlagen, womit die Sprünge am Mauerwerk deutlich zu sehen waren. So konnten auch weitere Spione angebracht werden. Gleichzeitig mit diesen Arbeiten setzte im Auftrag der Landesbaudirektion, Abteilung Bodenprüfstelle, eine Gruppe mit Bodenuntersuchungen ein.

Von der Diözesan-Finanzkammer Linz waren Architekt Dipl.-Ing. Gottfried Nobel, Baumeister Weidinger und Dipl.-Ing. Emil Schmöller (Statiker) mit der Aufsicht beauftragt. Die angesetzten Spione wurden laufend kontrolliert. Sie zeigten Veränderungen. Die Gefahren wurden immer größer und nach einem Lokalaugenschein wurden die Firma Universale (Linz) und Halasz (Mondsee) mit dem Abbruch beauftragt. Als Polier Alois Ebner und Zimmerer Michael Gassen am 6. August 1963 das Turmkreuz abnahmen, war auch das Österreichische Fernsehen zugegen.

Die Abbrucharbeiten gingen planmäßig vonstatten und waren am Abend des 20. 2. 1964 beendet. Frächter Anton Ebner aus Mondsee hatte insgesamt 1600 Kubikmeter Abbruchmaterial weggefahren. Weitere Untersuchungen ergaben zu geringe Fundamentiefen und so ging der Abriss weiter. Und schon im Oktober 1965 waren alle Aufbauarbeiten, soweit sie die Mauer- und Betonarbeiten umfassten, geschehen.

Der alte Turmdachstuhl wurde beim Abbruch vorsichtig zerlegt, mit Holzimprägnierung (Xylamon) gestrichen und wieder aufgesetzt. Ende Oktober 1965 gab es eine unvergessliche Gleichenfeier, die durch den Bauherrn Pfarrer Krawinkler und einige Mondseer finanziert worden war.

Im Frühjahr 1996 deckte Spenglermeister Wind (Mondsee) das Kupferdach (124m2 Kupferblech).

Der Arbeitsgruppe Ebner gehörten kurze Zeit auch 2 jugoslawische Gastarbeiter an. Im Besonderen waren an den Arbeiten am Turm beschäftigt: Michael Gassner, Steininger M., Meindl Johann, Dingl A., Huber Georg, Krug Josef, Meindl Leonhard.

Original Bericht aus der "Salzkammergut-Zeitung" Nr. 22 vom 2. Juni 1966


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