Pfarrkirche Zell am Moos
Nur die ältesten Zell am Mooser können sich vielleicht noch erinnern: 1957, also vor 65 Jahren, sollte an die Pfarrkirche Zell, die aus einem großen Hauptschiff besteht, links ein Seitenschiff angebaut werden.
Es wäre ein großes Bauvorhaben geworden, und einige Gräber an der linken Seite des Gotteshauses hätten wohl umgebettet werden müssen. Pfarrer war damals Friedrich Penetsdorfer („der schöne Fritz“) aus Schwanenstadt. „Es gab schon einen konkreten Plan für die Kirchenerweiterung, aber es lässt sich heute nicht mehr genau sagen, wer das Projekt verfolgt und warum es letzten Endes gescheitert nicht verwirklicht wurde“, sagt der Pfarrgemeinderatsobmann der Pfarre Zell am Moos, Ing. Anton Achleitner.
Größere Sakristei, Beichtkapelle im Seitenschiff.
Bauliche Absicht war es, durch den Anbau die Sakristei entsprechend zu vergrößern, einen Beichtstuhl zu schaffen und eine Beichtkapelle mit zwölf Sitzplätzen. Eventuell hätte man im 1. Stock der Kirche, der Empore, auch die Sitzgelegenheiten erweitern wollen. Letztlich dürften die durchaus ehrgeizigen Pläne von den von den damals maroden Kassen der Pfarre, der Gemeinde und der Diözese nicht zu stemmen gewesen sein. Im Nachhinein betrachtet mag das auch etwas Gutes haben, denn durch einen Anbau hätte die Kirche ihre schlanke, aber mächtige Statur mit dem 32 Meter hohen Zwiebelturm, dem markanten Steildach und den ursprünglich gotischen Spitzbogen- später Rundbogenfenstern und damit – vor allem - ihre gemauerte Jungfräulichkeit verloren.
Messen zur „größeren Bequemlichkeit der Pfarrkinder“.
Die Geschichte der Pfarrkirche Zell am Moos ist interessant, aber lückenhaft. Über die erste Kirche, ein von den Mönchen des Klosters Mondsee errichtetes hölzernes Gebäude, weiß man überhaupt nichts. Aus 1107 datiert die erste urkundliche Erwähnung einer Kirche. Als 1441 das heutige gemauerte Gotteshaus errichtet wurde, war das zwar eine Wohltat, löste aber nicht die Probleme der Kirchgänger.
Denn die Hauptkirche, in der regelmäßig heilige Messen abgehalten wurden, war Mondsee. Das brachte weite Fußmärsche der Bevölkerung und sonstige Beschwernisse mit sich. Es brauchte zahlreiche Interventionen, um öfter als sporadisch einen Gottesdienst in der Zeller Kirche abhalten zu dürfen. Aber erst 1778 wurde „zur größeren Bequemlichkeit der Pfarrkinder von Zell“ mit Anton Aimer ein Vikar bestellt, der 1784 auch als erster Pfarrer der mittlerweile durch die josephinische Kirchenreform selbständig gewordenen Pfarre Zell wurde.
Norbert Blaichinger































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