Ein Glücksfall für St. Lorenz?

Ein Glücksfall für St. Lorenz?

Der Sommer und die Ferien gehen zu Ende, die Zeitenwende, der neue Begriff für Klima und Politik machte keine Pause. Demnächst wird unser Gemeinderat auch wieder aktiv. Man erinnere sich, das ist jenes politische Gremium, welches sich um unser ALLER Wohl kümmern sollte.

Das Wohl bezieht sich im Besonderen auf Lebensqualität und den Erhalt unserer Umwelt. Das es sich dabei meist um irgendwelche Bauvorhaben oder Umwidmungen handelt, ist dem Umstand geschuldet, dass sich durch Begehrlichkeiten der Bauwirtschaft und den Interessen der beteiligten Spekulanten, Errichter, Vermarkter, Gewinnmaximierer und Grundbesitzern die Anträge diesbezüglich für den Gemeinderat zur Hauptaufgabe geworden sind. Das wäre das Wohl einiger Weniger. Oft jahrelang muss man sich damit beschäftigen, weil das sog. Öffentliche Interesse fehlt.

Eine wichtige Voraussetzung, um das örtliche Entwicklungskonzept umgehen zu können, eine Bauland-Widmung zu erlangen für fragwürdige Flächen, oder den Naturschutz auszuhebeln. Meist geht alles zugunsten der oben Genannten aus, aber auch zum Schaden der Lebensqualität und der Umwelt sowieso. Die Mahner sind mehr oder weniger auf verlorenem Posten, die Bevölkerung oft ahnungslos und ein Protest kommt dann zu spät.

Hätte, täte, Fahrradkette? Oder?

Jetzt aber hätte die Gemeinde St. Lorenz und damit die Bürger eine Chance es einmal besser zu machen, nicht mittels einer Wahlurne, sondern durch aktive Teilnahme an direkter Demokratie, Bürgerversammlungen, Briefen, Anrufe bei Entscheidungsträgern uvm. Derzeit stehen drei Projekte zur Diskussion, sie zusammenzuführen - die Gelegenheit. Erstens, das Bauvorhaben Höribachfeld ist kurz vor der Bewilligung (der Werber möchte 90 Wohnungen, die Grünen ein Drittel, die Mehrheit im GR ist unschlüssig, ein oder zwei GR wünschen sich Grünland) der Bedarf ist fragwürdig. Zweitens, das Betriebsgelände der mittlerweile übersiedelten Baufirma E. harrt ihrer weiteren Verwendung und gleichzeitig ist das von der Gemeinde beauftragte Verkehrssicherheitskonzept fertig und soll auch umgesetzt werden, ein großer Teil für die Verkehrsberuhigung befindet sich im Bereich Höribach.

Man möge bedenken: Ein Bauvorhaben am Höribachfeld in dieser Größenordnung steht im Widerspruch zum ÖEK, wenn man den zukünftigen Bedarf an Wohneinheiten bedenkt, außerdem sollten für ein solch großes Areal Ausgleichsflächen zur Verfügung stehen. Das Verkehrssicherheitskonzept nur dafür zu missbrauchen, um eine Zufahrt auf das Gelände zu ermöglichen, ist grotesk. Und dann später auf eine Idee zu warten, von wem auch immer, für das Betriebsgebiet der ehemaligen Baufirma eine Verwendung zu finden, bedeutet jahrelange Baustellen weiterhin. Man denke an den Bereich Bachweg und ehemaligen Bereich Sesser. Der Vorschlag wäre nun logischerweise diese drei Vorhaben in ein Neuplanungsgebiet einzugliedern, man hätte maximal 2 Jahre Zeit ein ordentliches Konzept zu erstellen, die Bürger mitzunehmen, Wünsche zu hören, welche nicht nur dem Euro-Gewinn unterliegen. Den Bedarf jeglicher Art zu ermitteln und vorausschauend an die nächsten Generationen zu denken. Dieser Aufruf ergeht an die Bürger und im Besonderen an die Entscheidungsträger, den GR, den HBM und an die LR diese Chance nicht ungenutzt zu lassen.

Alexandra Nilsson

P.s. Wo sind eigentlich unsere Journalisten, ist doch ein überaus spannendes Thema?