Offener Brief an den Gemeinderat und Bgm. von St. Lorenz

Im Namen der vom Bauvorhaben betroffenen Anrainer aus der Höribachsiedlung haben wir diese Woche ein Schreiben an den Bürgermeister und Gemeinderat der Gemeinde St. Lorenz gerichtet. Wir bitten um Veröffentlichung als Leserbrief!

Betreff: Neubau eines Fitnessstudios, Bistros, Garagen und Parkplätzen der Firma NCM GmbH auf
dem Grundstück 1220/156, KG St. Lorenz


Sehr geehrter Herr Bürgermeister,


wir, die Anrainer des obigen Bauvorhabens, wenden uns an Sie als unseren gewählten Vertreter. Wir
sehen uns hinsichtlich der Sache als zu unzureichend informiert über den Fortgang des Bauvorhabens
und über entsprechende Bescheide. Wir haben im Zuge der Bauverhandlung unsere Einwände
offengelegt, welche ja somit hinreichend bekannt sind.


Die Anrainer kritisieren im Wesentlichen die überdimensionalen Abmessungen sowie die Nutzung des
Objektes, welche in keiner Weise in das bestehende Siedlungsgebiet passt. Im Zuge der
Bauverhandlung und weiterer Gespräche entsteht bei uns Anrainern immer mehr der Verdacht, dass
der Bauwerber sein tatsächliches Vorhaben für das Areal mit verschiedenen Mitteln zu verschleiern
versucht. Hierzu zählen u.a. das nicht weiter kommentierte Anheben des 0-Niveaus, welches auch
schon beim Bau des Ford-Schulungszentrums angewandt wurde. Die angegebene Gebäudehöhe von
12m verschleiert dadurch die tatsächliche Gebäudehöhe von ~15m! Es wird somit auch vermieden, zu
tief graben zu müssen, was vermutlich auch eine kostenintensivere Bauweise verursachen würde.
Aufgrund der bisherigen Nutzung des Areals könnte dabei auch eine entsprechende Kontamination zu
Tage treten, welche weitere Kosten verursachen würde und evtl. auch Käufer und Mieter abschrecken
würde. Dieses Risiko war dem Bauwerber bei Kauf des Areals jedoch bekannt.


Ebenso zählt hierzu, dass wir keine Antwort auf unsere Frage nach dem Gesamtkonzept des Areals
erhielten. Aus verschiedenen Gesprächen erfuhren wir jedoch bereits einige offensichtlich ausgereifte
Ideen.


Des Weiteren fehlt aus Sicht der Anrainer ein entsprechendes Verkehrskonzept, welches bei der Anzahl
an geplanten Parkplätzen unbedingt erforderlich scheint, zumal auch die Zufahrt zum ebenfalls zu
verbauendem Wohngebiet des Bauwerbers verlegt werden soll. Es ist uns unverständlich, dass die
Landesstraßenverwaltung hier keine Einwände hat.


Warum verkauft die Gemeinde einen öffentlichen Weg günstig an den Bauwerber, wodurch dieser
noch größer bauen kann?


Durch die Nutzung an sieben Tagen die Woche und Öffnungszeiten von 06:00 bis teilweise 02:00 Uhr
morgens befürchten wir Anrainer auch eine hohe Lärmbelastung, welche sich nicht mit einem
Wohngebiet vereinbaren lässt.


Nach einem Blick auf den Flächenwidmungsplan in DORIS ist auch erkennbar, dass das Bauvorhaben
in der 500-Meter-Seeufer-Schutzzone liegt, und hier sollte eine Bauhöhe von über 10 Meter als kritisch
betrachtet werden. Uns ist unverständlich, dass der Naturschutz, also die OÖ Umweltanwaltschaft hier
keinerlei Einwände zum Objekt hat.

Unsere Forderungen lauten deshalb:
- Unverzügliche und ausführliche Information über den aktuellen Status des Bauvorhabens
- Vorlage eines Konzepts des Bauwerbers für die gesamte geplante Verbauung (Gewerbegebiet
und Wohngebiet)
- Erstellung eines Verkehrskonzeptes
- Prüfung hinsichtlich Altlastenverdachtsfläche
- Überprüfung der Gebäudehöhe bzw. des gesamten Bauprojektes in Hinsicht auf die 500-
Meter-Seeufer-Schutzzone, somit ein Naturschutz-Gutachten
- Erstellung eines Landschafts- und Ortsbildgutachtens
-  3-D Modell des geplanten Objektes


Wir möchten auch darauf aufmerksam machen, dass Sie vor Antritt des Bürgermeisteramtes die
Absicht erklärt haben, regelmäßig Bürgerabende zu verschiedenen Themen abhalten zu wollen. Wir
ersuchen deshalb um Abhaltung eines Bürgerabends zu obiger Sache.


Sehr geehrter Herr Bürgermeister, wir möchten ausdrücklich festhalten, dass wir keine Verhinderer
von Bauprojekten sind. Wir sehen uns jedoch in der Verantwortung, einen lebenswerten Wohnraum
für uns und die kommenden Generationen zu sichern und dafür Sorge zu tragen, eine
verantwortungslose und nicht ins Ortsbild passende und ausschließlich profitorientierte Bebauung zu
vermeiden.


Wir appellieren deshalb nochmals an Sie, für eine nachhaltige und verantwortungsbewusste
Bebauung, unter Rücksichtnahme auf die Verkehrs- und Lärmbelastung sowie auf eine entsprechende
Lebensqualität für die Anrainer Sorge zu tragen. Dies ist Ihre Verantwortung als Bürgermeister.
Wir ersuchen, dieses Schreiben bei der nächsten Gemeinderatssitzung zu verlesen.


Mit freundlichen Grüßen,
die Anrainer - Unterschriften laut Folgeseite

Unterschriftenliste liegt ML24 vor

ANMERKUNG ML24: Ein Mail mit Bitte um Veröffentlichung wurde von Josef Schwaighofer, Bernhard Mayr, Heidi Schwaighofer, Andreas und Manuela Sesser an uns gerichtet!

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